56. Kreissporttag Kreissportbund Uelzen zieht Bilanz

Zwischen Stolz und Besorgnis

Finanzen, Vorstandswahlen, Projekte, Zukunftssorgen. Beim 56. Kreissporttag des Kreissportbundes

(KSB) Uelzen standen viele wichtige Themen auf der Agenda.

 

Diesen Termin konnte sich Wolf-Rüdiger Umbach nicht entgehen lassen. Der Präsident des Landessportbundes Nieder-sachsen (LSB) höchstpersönlich besuchte den 56. Kreissporttag. Für den 73-Jährigen war es eine Rückkehr zu früheren Wurzeln. „Nach Suderburg zu kommen, heißt fast, nach Hause zu kommen. Ich habe hier fünf Jahre gewirkt und ich glaube, man kann das Ergebnis immer noch sehen“, sagte der ehemalige Präsident der Ostfalia Fachhochschule. Umbach hatte einst die Hochschule in Suderburg gerettet und diese entscheidend mitgestaltet. Dafür wurde er 2015 zum Ehrenbürger der Gemeinde Suderburg ernannt. Umbach:„Das fand ich großartig.“

 

Nicht ganz so großartig ist die Sport-Situation. Jedenfalls was die Mitgliederentwicklung angeht. Der KSB Uelzen hat gegenüber 2017 466 Mitglieder verloren und ist unter die 33 000er-Marke gerutscht. „Das ist eine recht hohe Zahl. Die Talsohle ist leider noch nicht erreicht“, zeigt sich der 1. Vorsitzende Mario Miklis besorgt. Social Media und neues Zeitalter seien die Widersacher. Miklis:„Vieles spielt sich zuhause ab. Irgendwann werden sich die Vereine Gedanken über Fusionen und Kooperationen machen müssen.“

 

Um diesem Trend entgegenzuwirken, setzt der KSB auch auf Trendsportarten. Auch e-Sports könne ein probates Mittel werden, vorausgesetzt, es finde in den Vereinen und nicht daheim statt, sagte Miklis.

Dennoch gab es viel Erfreuliches zu berichten. Der KSB organisierte in den vergangenen zwei Jahren zahlreiche Fort- und Ausbildungen. Die Aktion „Aktiv und gesund älter werden“ kam hervorragend an. Projekte wie Frauensporttag, Go Sports Day, Sportehrentag und vor allem die Sportfreizeit Scharbeutz erfreuten sich großer Beliebtheit. Auch die Kooperation mit der Sportregion Lüneburger Land funktioniert einwandfrei. „Wir können stolz auf unsere Sportregion sein“, erklärte Miklis mit Blick auf Initiativen wie „Soziale Talente“ oder „Ehrenamt überrascht“.

 

Besonders erfreulich ist die Popularität des Sportabzeichenwettbewerbs, ohnehin ein Zugpferd des Uelzener Sports. „Das läuft seit Jahren top“, meinte Miklis, der mit seinen Vorstandskollegen für eine weitere Amtszeit gewählt wurde. Lediglich der 2. Vorsitzende Torben Lange scheidet Anfang 2020 auf eigenen Wunsch aus. Nachfolger wird Heiner Mc Neil.

Einmal mehr wurde deutlich: Die Basis ist das A und O.„Das Sportehrenamt ist so entscheidend wichtig. Ich kann wirklich nur hoffen, dass wir genug ehrenamtlichen Nachwuchs haben, damit wir weiterhin das Angebotan sportlichen Betätigungen anbieten können“, betonte Jürgen Markwardt, Bürgermeister der Hansestadt Uelzen.

 

 

 

Viele strahlende Gesichter beim 56. Kreissporttag im Gasthaus Müller (Spiller) in Suderburg: Der KSB-Vorsitzende Mario Miklis (links) gratulierte Vertretern der Vereine, die beim Sportabzeichenwettbewerb besonders viele Mitglieder ins Rennen schickten.

Eine dieser Personen ist Wilfried Teichmann, der einen Sonderapplaus für seine erfolgreichen, zwölfjährigen Bemühungen um den Bau einer Leichtathletikanlage in Uelzen erhielt. „Das wird ein tolles Sportzentrum, auf das wir stolz sein können“, freute sich Miklis.

Um für Herausforderungen weiter gewappnet zu sein, erhöht der LSB den Mindestbeitrag ab 2020. „Wir hatten es zehn Jahre nicht angehoben. Alles wird teurer“, erklärte Umbach. Die Entscheidung war alternativlos, um weiterhin Förderungen zu erhalten. Deshalb müssen ab 2020 auch die Uelzener Vereine höhere Mitgliedsbeiträge an den KSB zahlen. Trotzdem belässt es Uelzen bei dem Mindestbeitrag und fordert nicht wie andernorts deutlich mehr Geld. „Im Vergleich zu anderen Regionen, die deutlich mehr Geld haben wollen, sind wir ein Exot. Unsere Finanzen sehen aber gut aus“, begründete Miklis.

Die Talsohle ist

leider noch

nicht erreicht.

KSB-Vorsitzender Mario Miklis über

die sinkenden Mitgliederzahlen

Machen weiter gemeinsame Sache: Der wiedergewählte KSB-Vorstand um den 1. Vorsitzenden Mario Miklis, Anja Pater-jey (stellvertretende Vorsitzende Finanzen/Verwaltung), 2. Vorsitzender Heiner Mc Neil (neu ab 1. Januar 2020), Torben Lange (2. Vorsitzender), Tim Schröder (stellv. Vorsitz. Bildung), Andreas Hatesaul (stellv. Vorsitz. Sportentwicklung/Sport-organisation), Nicole Cohrs (1. Vorsitzende Sportjugend). Es fehlt Maik Schwanke (stellv. Vorsitz. Marketing/Medien).

Grüne Ja-Stimmen:

Die Verantwortlichen der Uelzener Vereine sprechen sich für eine weitere Amtszeit des KSB-Vorstandes aus.

Kruppa-Abschied

Nach 22 Jahren ist Schluss: Anneliese Kruppa hört nach jahrzehntelanger Tätigkeit beim KSB auf. Die Referentin für Frauensport organisierte unter anderem 13 Frauensporttage, führte Schulungen von Frauen in Rhetorik und Selbstverteidigung durch und wurde nun vom KSB verabschiedet.

„Splitter“

466 Sportler weniger

Boom

Der Sportabzeichenwettbewerb boomt. 2018 wurden im KSB 3211 Sportabzeichen abgelegt und damit 309 mehr als 2017 (2902 Absolventen). Besonders erfreulich: 2366 Ju-gendliche und Kinder machten mit. Vor zwei Jahren waren es 2072. Auf dem 56. Kreissporttag wurden nun in vier Kategorien die Vereinssieger des Sportabzeichenwettbewerbs ausgezeichnet.

Abwärtstrend

 

Der Mitgliederrückgang setzt sich fort: Der Kreissportbund Uelzen verlor gegenüber 2017 466 Mitglieder und kommt auf eine Gesamtzahl von 32 992 Mitstreitern. 2017 waren es noch 33 458. Rücktritte wurden vor allem bei den sieben- bis 14-, 15- bis 18- und 41- bis 60-Jährigen verzeichnet.

Fußball bleibt Nummer 1

 

35 Sportarten werden beim KSB ausgeübt. Fußball bleibt die Nummer eins mit 9386 vor Turnen (8942) und dem Schützenbund (3683). Dahinter folgen Leichtathletik (1635), Reiten

(1539), DLRG (1278), Handball (1045), Tennis (985), Tischtennis (675) und der Behindertensportverband (419).

Vereine bis 250 Mitglieder:

 

1. SK Delphin Uelzen

2. SV Hanstedt II

3. TuS Soltendieck

 

Vereine bis 500:

 

1. TuS Wieren

2. Sportjongleure Dreilingen

3. MTV Gerdau

 

Vereine bis 1000:

 

1. TSV Suhlendorf

2. TSV Wrestedt/Stederdorf

3. MTV Barum

 

Vereine über 1000:

 

1. TV Uelzen

2. VfL Suderburg

3. TuS Ebstorf

Vereinsstatistik

 

151 Vereine sind dem KSB Uelzen angeschlossen. Das Gros tummelt sich im Bereich von unter 200 Mitgliedern (101 Vereine).

7 Vereine über 1000

17 Vereine über 500

50 Vereine über 200

101 Vereine unter 200

63 Vereine unter 100

Prominenter Besuch

 

Neben dem Präsidenten des Landessportbundes Niedersachsen, Professor Wolf-Rüdiger Umbach, hielten auch Hans-Hermann Hoff (Bürgermeister der Gemeinde Suderburg), Peter Hallier (stellvertretender Landrat) sowie Jürgen Markwardt (Bürgermeister der Hansestadt Uelzen) eine Begrüßungsrede.

Höhere Beiträge

 

Nach der Beitragserhöhung seitens des Landessportbundes müssen die Vereine höhere Beiträge an den KSB Uelzen zahlen. Das sind 40 Cent mehr pro Kind und 50 Cent pro Jugendlichem sowie pro Erwachsenem.

Geräteverleih

 

Seit Ende 2018 können verei-ne verschiedene Geräte (Smoveys, Airex-Kissen, Jacaranda-Bälle) oder auch den Menschen-kicker vom KSB gegen einen kleinen Kostenbeitrag ausleihen.

Ehrennadel

 

Große Ehre für Gerd Unterberg (Gründungsmitglied Budo SV Bad Bodenteich). Der LSB-Präsident Wolf-Rüdiger Umbach (r.) verlieh ihm die Goldene Ehrennadel des LSB für die Förderung des Sportes. Unterberg war 22 Jahre Kassenwart, 11 Jahre 1. Vorsitzender und Organisator vieler Veranstaltungen.